Gerberstraße 5

  Das ganze Haus
Baujahr: unbekannt
Bauherr: Die Grafen von Lentersheim
Besitzerwechsel: 1532 das Salbuch nennt Christof v. Lentersheim als Besitzer des Gutes
  1544 an Sohn Hans Wolf v. Lentersheim auf Altenmuhr
  1667 von Marx Judt bewohnt
  1708 an Johann Christoph Moll um 450 fl.
  1726 an dessen Witwe Anna Elisabetha
  1726 wird das Haus geteilt
  Erste Hälfte Zweite Hälfte
Besitzerwechsel: 1737 Anna Elisabetha Moll 1737 Andreas Klungler
  1743 Johann Stephan Elterlein, Schneider, 2. Mann von Anna Elisabetha 1766 vom Sohn Johann Matthias Klungler, Weber, um 400 fl übernommen
  1752 an dessen Witwe Anna Elisabetha, verwitwete Moll 1772 Johann Michael Preßlein, Fuhrmann aus Unterwurmbach.
  1755 Georg Martin Haaß  
  1784 Johann Adam Bayerlein, Wegmacher  
  1789 Johann Michael Preßlein kauft auch diese Haushälfte  
  Das ganze Haus
Besitzerwechsel: 1798 an die Witwe Maria Christine, geb. Schweyer, verwitwete Wolfshofer
  08.10.1801 um 1600 fl von Sohn Johann Georg Preßlein, Lohnkutscher, übernommen
  02.03.1840 an Sohn Johann Georg Preßlein, Lohnkutscher, um 1500 fl.
  05.03.1881 um 8.751 M an Johann Friedrich Preßlein, 1883 Neubau
  03.04.1913 um 13.500 M gekauft von Johann Konrad Gräßel, Bäcker
  10.11.1917 an Georg Gottschall für 40.000 M
  10.03.1919 an Andreas und Margarethe Reichhardt, Schneider, 1932 Ladenumbau: Schuhgeschäft
  20.10.1936 an die Witwe Margarethe
  26.04.1956 Alfred Frieß, Kaufmann
  1985 Gisela Behringer (1985 und 1993 Ladenumbau); heute: Schuhgeschäft der Firma Quick-Schuh

Dieses Haus hat eine interessante Geschichte, denn es war das ehemalige Lenterscheim`sche Gütlein in der unteren Vorstadt. Von 1532 bis ca. 1667 war das beeindruckende Haus direkt vor der alten Stadtmauer im Besitz der Herren von Lentersheim, die es als Stadthaus nutzten.

Dieser Zweig der Familie wohnte im Schloss Neuenmuhr. Später hat Friedrich Wilhelm III. von Preußen, Alten- und Neuenmuhr dem preußischen Staatsminister Carl August Freiherrn von Hardenberg zugewiesen. Doch schon 1667 erwirbt ein jüdischer Bürger Gunzenhausens das Anwesen: Marx Judt. Zwar geht es danach wieder in ‚christlichen' Besitz über, doch wohnen häufig jüdische Familien in dem Haus.

So vermietet auch der Schneider Andreas Reichhardt 1932 Laden und Wohnung an die jüdische Familie Feldmann.

Das Haus ist heute im Besitz von Frau Gisela Behringer. Im Erdgeschoss ist ein Schuhgeschäft.