Familie Josef Seeberger

Josef Seeberger
Josef Seeberger

Um 1900 baut Josef Seeberger, Kaufmann (* 30.11.1866 in Gunzenhausen) das Haus Burgstallstraße 9. Vier Jahre vorher hatte er im Juni 1896 in Würzburg geheiratet. Seine Frau war Emma Kohn, geb. am 13.09.1872 in Würzburg. Sie war die Tochter des Kaufmannes Leopold Kohn und dessen Frau Ernestine, geb. Mohrenwitz.  

Sie haben drei Kinder:

Ernestina * 03.06.1899 in Gunzenhausen
Leopold * 15.11.1900
+ 28.09.1922
in Gunzenhausen
+ in Würzburg
Max * 12.07.1903
+ 15.11.1903
in Gunzenhausen

Am 10.01.1926 wird Josef Seeberger in den Verwaltungsausschuss der Israelitischen Kultusgemeinde gewählt. In seinem Haus in der Burgstallstraße handelt er mit Schreinerartikeln und Tafelglas, später auch mit Farbwaren. Der Sohn Leopold ist Musikschüler in Würzburg, wo er mit erst 22 Jahren stirbt. Da auch der Sohn Max schon früh gestorben ist, erbt Tochter Ernestine das Geschäft. Sie heiratet am 28.04.1921 den Kaufmann Michael Rieder, geb. 31.10.1893 in Mannheim. Das Ehepaar hat vier Kinder.

 Judith           *29.05.1922 in Gunzenhausen. Sie heiratet Jakob Oppenheimer und                      lebt in Kfar Haroe, Israel. 2002 stirbt sie in Jerusalem.

 Hannah          *22.09.1923 in Gunzenhausen. Sie heiratet Abraham Hans Levy. Am                      19.12.1985 stirbt sie in Israel. 

 Susanna         *24.07.1925 in Gunzenhausen. Sie heiratet Bruno Levi.

 Leopold        *18.04.1928 in Gunzenhausen. Seine Frau heißt Rachel.

Die Familie Rieder wandert am 17.08.1937 nach Palästina aus. Die Großmutter Emma Seeberger war schon am 30.12.1934 in Gunzenhausen verstorben. 1938, wahrscheinlich nach der "Reichskristallnacht", wird das Haus enteignet und geht in den Besitz der Stadtgemeinde über. Trotzdem bleibt Josef Seeberger noch bis zum 24. Januar 1939 in Gunzenhausen. Seine ganze Familie, die Tochter und sein Bruder Rudolph mit Kindern leben schon längst in Palästina. Als einer der letzten jüdischen Bürger verlässt er die Stadt und meldet sich nach München ab. Dort stirbt er am 19. Juli desselben Jahres.

Die Nachkommen von Michael und Ernestine Rieder leben noch heute in Israel. Hinweise darauf bekamen wir von Nick Landau aus London und von Frau Hannah Cherlow, geb. Rothschild, aus Israel. 

Nick Landau schrieb:
I will look at the family-tree when I have time regarding the Rieder family. My cousin in Australia who created the family-tree might be able to help you make touch there.

Hannah Cherlow schrieb:
Of the pictures you showed, I can identify the following: No. 8 - Hannah Seeberger, No. 16 - Susanne Rieder, No. 15 - Leo Rieder, No. 29 - Hannah Rieder, who died a few years ago. All the rest live in Israel.

Im Sommer 2013 kam Merav Levy aus Jerusalem nach Gunzenhausen. Sie ist eine Enkeltochter der Seebergers, die Tochter von Hannah Levy, und das erste Mitglied der Familie, das wir kennen gelernt haben. Da sie beruflich den Austausch von Jugendgruppen zwischen Israel und Deutschland organisiert, werden vielleicht einige von uns bald nach Israel reisen.