Die Geschichte der Familie Dr. David Heinemann

Der Realschullehrer Dr. David Heinemann wurde am 09.01.1872 in Kleinsteinach geboren. 1902 heiratet er Ernestine Goldschmidt aus Hammelburg. Im selben Jahr kommt er als Lehrer nach Gunzenhausen.

Das Ehepaar hat zwei Kinder:

  • Hilmar *11.08.1904 Gunzenhausen   + Januar 1945 im KZ Dachau (lt. Archiv Ludwigsburg + im KZ Auschwitz)
  • (Tochter) *1906 Nürnberg

 

Abbildung 1     Bahnhofstraße 35
Abbildung 1 Bahnhofstraße 35

In Gunzenhausen wohnen sie im Haus der Familie Johann Huber, in der Bahnhofstraße 35. 1906 wird David Heinemann nach Nürnberg versetzt, wo die Tochter der Familie zur Welt kommt.

(Quelle: Stadtarchiv Gunzenhausen)

Um 1939 lebte die Familie in Ludwigshafen am Rhein, in der Ludwigsstraße 73. Dr. Mörz vom dortigen Stadtarchiv sandte uns weitere Informationen zur Familie:

… Da wir gerade an einer Neuausgabe des Buchs "Juden in Ludwigshafen" arbeiten, das auch eine Liste der jüdischen Haushaltsvorstände des Jahres 1912 enthält und deren Schicksal beleuchtet, kann ich Ihnen einiges melden: David Heinemann arbeitete bis zu seiner Entfernung durch die Nazis in der Ludwigshafener Realschule als Lehrer, hatte aber, da er schon vor 1914 in der Oberrealschule beschäftigt gewesen war, den Titel einer Oberrealschulrats. Nach Januar 1939 …zog er nach Mannheim. Von dort wurde er nach Gurs deportiert. Seine Frau, Ernestine Heinemann, geb. Goldschmidt (* 1874 in Westheim bei Hammelburg), starb am 12.3.1942 im Lager Noé. David Heinemann konnte mit der Hilfe von Verwandten 1942 nach Montevideo gelangen. Dort ist er am 13.08.1963 gestorben. Im Landesarchiv Speyer gibt es eine Personal- und eine Akte zur Entschädigung Heinemanns nach dem Krieg. Von Dr. Hilmar Heinemann wissen wir nur, dass er 1944 von einem Lager in Holland nach Theresienstadt und von dort nach Auschwitz kam, wo er Anfang 1945 verstarb (ermordet wurde?).

Über das Schicksal der Tochter konnte uns bisher niemand Auskunft geben.

Abbildung 2 Ludwigstraße 73 © Stadtarchiv Ludwigshafen
Abbildung 2 Ludwigstraße 73 © Stadtarchiv Ludwigshafen